Gesänge des Mittelalters und Gregorianischer Choral

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Alle benötigten liturgischen Bücher wurden in eigenen Räumen, den so genannten Skriptorien, von Mönchen und Nonnen geschrieben. Die Codices bestanden zunächst aus Pergament, später aus Papier. Der Begriff einer „authentischen“ Fassung war unbekannt. Durch die Jahrhunderte lange Überlieferung wurden Noten hinzugefügt oder weggelassen: dennoch galten die einzelnen Stücke als die gleichen überlieferten Choräle, immer neu interpretiert, immer wieder eine musikalische Überraschung.

Das Ensemble singt vorzugsweise geistliche Musik des Mit­telalters – Gregorianischer Choral und mittelalterliche Lieder in lateinischer und mittelhochdeutscher Sprache – aus Österreich und hier besonders aus Salzburg. Das Re­pertoire wird den originalen Handschriften nach rein wissenschaftlichen Grundsätzen entnommen und in eine singbare Form gebracht. Die Inhalte der Gesänge spannen einen weiten Bogen durch das mittelalterliche Kirchenjahr: darunter Advent und Weihnachten, Fastenzeit, Passion und Auferstehung zu Ostern;  Mariengesänge und Gesänge zu Tod und Jüngstem Gericht. Viele Stücke erklingen auf diese Weise zum ersten Mal nach einem halben Jahrtausend wieder. Dramatisierte Gesänge und ausdeutende Riten machen die Darbietung nicht so sehr zu einer Rekonstruktion liturgischer Feiern als vielmehr zu einer Art liturgischen Spiels, in welchem mit der Ton- und Gebärdensprache des Mittelalters die Heilsmysterien ausgedrückt werden. Die Salzburger Virgilschola will dadurch die Schätze der mittelalterlichen Kultur wieder erlebbar machen, und dies nicht nur museal, sondern mit aktuellem Bezug.

Die Zuhörer benötigen keine Lateinkenntnis. Zweisprachige Texte werden vor dem Konzert ausgeteilt.

Konzertreihen unter dem Titel „Gesänge des Mittelalters erleben: Gregorianischer Choral und mittelhochdeutsche Lieder aus alten Salzburger Klosterhandschriften“ mit der ganzen Schola, mit Teilen oder auch mit den Solisten.